Im Spätsommer steht die wichtigste Rechnung des Bienenjahres an: Wie viel Futter braucht jedes Volk noch, damit es sicher durch den Winter kommt? Der Rechner nimmt dir das Umrechnen ab – von der Bedarfsmenge über den Zucker bis zur Anzahl der Futtergaben.
Vorräte abschätzen: ein Quadratdezimeter beidseitig verdeckeltes Futter sind rund 300 g. Eine voll verdeckelte Zanderwabe trägt über 2 kg, eine Dadantwabe über 3 kg.
Woher die Zahlen kommen
Der Bedarf richtet sich nach der Einwinterungsform. Das Fachzentrum Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau nennt als Durchschnittswerte 15 kg eingelagertes Futter bei einzargigen und 18 bis 22 kg bei zweizargigen Völkern. Wer lieber nach besetzten Waben rechnet: Zander 1,5 kg je Wabe, Dadant 2,1 kg, Mini Plus 0,35 kg.
Für die Umrechnung auf Zucker gilt die einfache Regel der LWG: ein Kilo Haushaltszucker ergibt rund ein Kilo eingelagerten Futtervorrat. Der Verlust beim Eindicken – die LWG rechnet mit 10 bis 20 Prozent – ist in dieser Faustregel bereits berücksichtigt. Angesetzt wird das Zuckerwasser im Verhältnis 3 Teile Zucker auf 2 Teile Wasser.
Wie viel ist schon im Volk?
Vom Gesamtbedarf darfst du abziehen, was die Bienen bereits eingelagert haben. Zwei Wege führen zu dieser Zahl. Beim Abschätzen hebst du die Waben einzeln an: ein Quadratdezimeter beidseitig verdeckeltes Futter entspricht etwa 300 Gramm, eine voll verdeckelte Zanderwabe trägt damit über zwei Kilo, eine Dadantwabe über drei. Genauer wird es mit der Federzugwaage an der Beutenkante – sie zeigt die Hälfte des Gesamtgewichts, das du dann mit deinem Sollgewicht vergleichst.
Wann gefüttert wird
Die Hauptfütterung sollte etwa um den 10. September abgeschlossen sein, eine eventuelle Restfütterung bis Ende September. Bei einzargigen Völkern gibst du besser kleinere Portionen von rund fünf Litern, damit das Brutnest nicht eingeengt wird; große Völker vertragen zehn Liter und mehr auf einmal. Gefüttert wird am Abend – das beugt Räuberei vor.
Und die zweite Hälfte der Spätsommerpflege nicht vergessen: Vor dem Auffüttern steht die Varroabehandlung. Wie stark deine Völker befallen sind, findest du mit der Gemülldiagnose heraus, und ob das Wetter zur Behandlung passt, zeigt das Varroawetter.