Einen Moment

Die Bodeneinlage unter dem Gitterboden ist die einfachste Befallskontrolle, die es gibt: Windel einschieben, zwei bis drei Tage warten, Milben zählen. Schwieriger ist die Frage danach – ist dieser Wert nun harmlos oder höchste Zeit? Der Rechner ordnet dein Ergebnis ein.

🔬 Gemülldiagnose Milbenfall auszählen, Befall einordnen – behandeln oder abwarten?
Schadschwellen nach der AFI-Empfehlung Nr. 4 „Varroa unter Kontrolle – vitale Bienenvölker“ der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung (Radtke, Binder-Küllhofer, Neumann, 08/2021): im Juli/August sind 5 Milben pro Tag erreicht, wenn rund 1.000 Milben im Volk sitzen; im November entspricht 1 Milbe pro Tag etwa 500 lebenden Milben – sicher geht, wer schon ab ½ Milbe pro Tag behandelt.
So wird gezählt: Bodeneinlage nur 2–3 Tage einschieben, sonst holen Ameisen die Milben. Papier mit Speiseöl tränken hilft gegen Ameisen und Wind. Von Juli bis November monatlich kontrollieren, drei Wochen nach jeder Behandlung erneut – und immer alle Völker einzeln, die Vermehrung läuft von Volk zu Volk sehr verschieden. Rechnet nur im Browser, es werden keine Eingaben übertragen.

So zählst du richtig

Schiebe die Bodeneinlage unter das schützende Drahtgeflecht des Gitterbodens und lass sie nur zwei bis drei Tage liegen. Länger sollte sie nicht bleiben: Ameisen gewöhnen sich sonst an die Futterquelle im Gemüll und tragen die Milben davon. Haushaltspapier, das mit Speiseöl getränkt oder am Rand beträufelt ist, hält Ameisen und Wind zuverlässig in Schach.

Kontrolliert wird von Juli bis November im monatlichen Abstand – und drei Wochen nach jeder Behandlung noch einmal. So siehst du zugleich, ob die Behandlung gewirkt hat und ob nach Trachtschluss Milben aus fremden Völkern zugeflogen sind. Wichtig: Nimm jedes Volk einzeln in die Kontrolle. Die Milbenvermehrung schwankt von Jahr zu Jahr, von Stand zu Stand und von Volk zu Volk erheblich.

Die Schadschwellen

Gefährlich wird es für ein Bienenvolk ab etwa 1.000 Milben. In einem guten Volk mit 33.000 Bienen entspricht das im Juli einem Befallsgrad von gerade einmal einem Prozent – man sieht dem Volk davon nichts an. Über die Bodeneinlage ist diese Schwelle bei fünf Milben pro Tag erreicht, also etwa 15 Milben in drei Tagen.

Im brutfreien Spätherbst gelten andere Maßstäbe: Dort steht eine Milbe pro Tag für rund 500 lebende Milben im Volk – deutlich zu viel für den Start in die nächste Saison. Sicher geht, wer bereits ab einer halben Milbe pro Tag behandelt. Im November zählst du am besten dreimal über drei Wochen und teilst die Summe durch die Anzahl der Tage.

Und dann?

Ist die Schwelle erreicht, entscheidet das Wetter über Mittel und Zeitpunkt – Ameisensäure verdunstet nur in einem bestimmten Temperaturfenster richtig, Thymol braucht Wärme, Oxalsäure ein brutfreies Volk. Welche Tage sich eignen, zeigt unser Varroawetter für alle gebräuchlichen Präparate. Und wenn die Behandlung durch ist, geht es ans Auffüttern: Die Mengen rechnet dir der Winterfutter-Rechner aus.

Behandelt werden darf nur mit zugelassenen Tierarzneimitteln nach der beiliegenden Gebrauchsvorschrift. Du bist unsicher, was dein Ergebnis bedeutet? Frag uns – die Ansprechpartner stehen auf der Kontaktseite.